KDrama: Goong (2006) 4/5

„Goong“ spielt in einer alternativen Gegenwart: Korea ist eine konstitutionelle Monarchie. Der arrogante, kühle Kronprinz, Lee Shin (Joo Ji Hoon), besucht eine ganz normale Schule und ist beliebt, wie ein Popstar. An dieselbe Schule geht Shin Chae-kyeong (Yoon Eun Hye), ein tollpatschiges und nicht sehr intelligentes Mädchen. Ihr Großvater und Shins Großvater, der letzte König, sind befreundet gewesen – der letzte König, aus Dankbarkeit für die Freundschaft, verspricht, dass die nächste weibliche Nachfahrin seines Freundes den Kronprinzen heiraten wird. Da Shins Vater, der gegenwärtige König, sehr krank ist, möchte der Hof Shin schnell verheiraten und Chae-kyeong ist die weibliche Nachfahrin. Shin steht der Hochzeit ablehnend gegenüber, da er bereits eine Freundin hat, aber diese, die ehrgeizige Myo-rin (Sung Ji Hyo), möchte lieber Ballerina werden und lehnt seinen Heiratsantrag ab. Trotz aller Schwierigkeiten und Standesdünkel verlieben sich Shin und seine widerwillige, eigensinnige Frau Chae-kyeong ineinander, allerdings wird ihre Situation kompliziert: Lee Yool (Kim Jeong Hoon) und seine Mutter Lady Hwa-Young (Shim Hye-jin), die eigentlich hätte Königin werden sollen, kehren ins Land zurück und Yool verliebt sich in Chae-kyeong, während Lady Hwa-Young gegen den Kronprinzen und die Kronprinzessin intrigiert, um ihren eigenen Sohn auf den Thron zu setzen. Außerdem möchte Myo-rin Shin zurück erobern und Intrigen am Hof komplizieren die Angelegenheit …

Kritik

„Goong“ ist das beste koreanische Drama, das ich bisher gesehen habe. Die Schauspieler sind allesamt hervorragend, vor allem Yoon Eun Hye, die „Cinderella“ spielt und Joon Ji Hoon als Kronprinz, der bisher nur modelte. Beide haben eine exzellente Chemie – und die Kussszene, vor allem die am Ende, ist zur Abwechslung mal überzeugend. Das Liebespaar nimmt man beiden gut ab, im Gegensatz zu dem in „1% of Anything“. Die emotionalen, wie auch die witzigen Szenen bewältigen beide problemlos; ich brauchte für einige Episoden eine Menge Taschentücher. Alle Nebencharaktere, selbst die winzigsten, wie die Lehrerin, sind überzeugend und ausgezeichnet besetzt, zudem noch hervorragend ausgearbeitet: Niemand bleibt eindimensional, nicht einmal die „Bösewichter“, die per se eigentlich keine sind, sondern ihre eigenen mehr oder weniger komplexen Motivationen haben. Chae-kyeongs Freunde, sowohl die beiden verrückten, wie auch die ernste, sind großartig: witzig, tiefsinnig, typische Teenager und doch so erwachsen – und das gleiche gilt auch für den Freundeskreis des Kronprinzen. Beide Familien, sowohl die königliche, wie auch die bürgerliche, wurden gut ausgearbeitet und hervorragend gegeneinander ausgespielt. Die Entwicklung, die beide durchmachen, ist überzeugend und oft gewollt komisch. Am besten hat mir jedoch von allen Nebenfiguren die Schwester des Kronprinzen gefallen, Lee Yoon Ji als Prinzessin Hye-myung, als warmherziges, witziges, humorvolles und intelligentes Mädchen, sowie die Lady Choi, die eine Wandlung von der strengen Lehrerin zur beinahe-Freundin Chae-kyeongs durchmacht und ihr später im wahrsten Sinne des Wortes überall hin folgt, weil sie sie lieb gewinnt. Außerdem wäre da noch der Haushofmeister als väterlicher Freund und natürlich die beiden Kammerzofen zu nennen: allesamt überzeugend, genau wie die Großmutter, die über allen zu stehen scheint und einen Funken Humor und Warmherzigkeit in die allzu ernsten Szenen bringt.
Die Produktion ist sehr poliert und wirkt beinahe, wie aus einem Film. Die Kulissen sind umfangreich, vor allem die im Palast: die Inneneinrichtung ist genau so, wie man sie von königlichen Gemächern erwartet. Sämtliche Kleidung scheint von Designern zu stammen und VW betreibt ordentliches Product-Placement in Form der vielen Limousinen und anderen Karossen. Das Videokamerafeeling, das vielleicht noch von „Full House“ oder anderen Dramas kommt, ist vollkommen verschwunden. Visuell ist „Goong“ absolut perfekt und man sieht jeden Won, der in der Produktion steckt.
Wenn man Goong etwas ankreiden möchte, dann sind es die Intrigen, die während der letzten vier bis fünf Episoden endlich greifen. Die ganze Angelegenheit, besonders, was die Probleme von Shins und Chae-kyeongs Beziehung angeht, streckt sich ungemein und der rote Faden scheint manchmal verloren zu gehen. Trotz allem sollte man sich davon nicht abschrecken lassen. Starke Dialoge, gute Kameraführung, mehr oder minder unauffällige Computergraphiken, ein Ausflug nach Thailand und ein ausgezeichneter Regisseur machen das wieder wett.  Goong ist eines der besten koreanischen Dramen, die ich gesehen habe.

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One thought on “KDrama: Goong (2006) 4/5

  1. What? xD Du solltest mehr koreanische Dramen sehen ^^ In einigen Punkten hast du natürlich Recht, Goong war visuell wirklich toll, aber mich hat das gnaze Politikgelabber der Erwachsenen total aufgeregt und dann noch das hin und her zwischen Yoon Eun Hye und Joon Ji Hoon. Streiten sich wegen total banalen Dingen und jeder ist zu stolz um auf den anderen zuzugehen, ganz zu schweigen davon dem anderen von seinen Gefühlen zu erzählen. Bei Goong scheiden sich wohl die Geister ^^

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